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Jusos sehen Rückkehrer-Appell kritisch
Am 27. April findet in Lüneburg ein Rückkehrer-Appell für die Soldaten aus Afganistan statt, mit anschliessendem "Tag der offenen Tür" am nachfolgenden Samstag in der Kaserne. Diese militärische Ehrung sieht der Juso-Vorstand im UB Lüneburg als eine herorisierende Zelebrierung von militärischen Aktionen. Der Appell und der anschliessende Tag der offenen Tür haben sogar einen gewissen "Lockcharackter".
"Erst wird feierlich zelebriert und dann in die Kaserne gerufen. Der Sinn von öffentlichen Appellen ist die Akzeptanz von Militär in unserer Gesellschaft zu verbessern - mit Hilfe eines historisch fragwürdigen Brimboriums. Die Kritik richtet sich allein an diesen Appell, nicht an die Rückkehr der Soldaten aus ihrem Einsatz oder gar den Soldaten direkt. Wir fordern sogar dass alle Soldaten aus Afganistan nach Hause zurück dürfen", so die Juso-Vorsitzende Kamila Pienkos.
Der Vorstand kritisiert den öffentlichen Appel auf dem Marktplatz, nicht unbedingt den Anlass an sich. Ein Kompromiss-Vorschlag wäre ein Rückkehrer-Appell in der Kaserne. So können Bürgerinnen und Bürger, die dran teilnehmen wollen, dies auch tun.
Die angekündigten Proteste gegen den Appell können auf der einen Seite begrüßt werden, allerdings besteht auf der anderen Seite die Befürchtung, dass dadurch die Menschen hinter den Uniformen verdrängt werden. "Die Soldaten kommen nach zweifelsfrei Traumata hervorrufenden Erlebnissen und werden dann öffentlich einerseits geehrt, erleben aber andererseits regelrechte öffentliche Hassparolen. Kaum eine menschliche Psyche kann dies ohne einen Schaden überstehen. So kann unsere Gesellschaft mit den Menschen hinter den Uniformen nicht umgehen. Umso mehr dürfen solche Veranstaltungen in Zukunuft nicht an öffentlichen Plätzen der "normalen Bürgerschaft" stattfinden", so die Vorsitzende.
Weiter muss auch bedacht werden: sollten demokratische Bürgerinnen und Bürger militärische Feierveranstaltungen alternativlos befürworten, dann könnte dies zu einem erschreckenden Bild werden, das an andere, dunklere Zeiten unserer Gesellschaft erinnert. Wir hoffen auf friedliche Proteste.
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